Förderung von Human-Centered Design durch e-Partizipation

Forschungsfeld 2

Feld 2 adressiert ein zentrales Problem gesellschaftlicher Transformation im Kontext technischer Innovation: Digitale, sensorbasierte und vernetzte Systeme scheitern in der Praxis häufig nicht an der technischen Machbarkeit, sondern an fehlender Passung zu realen Nutzungskontexten, Barrierefreiheit, Sicherheit und Akzeptanz. Dadurch entstehen Implementationslücken und neue Formen der Exklusion – besonders dort, wo Zielgruppen spezifische Anforderungen haben, z. B. blinde und visuell eingeschränkte Personen (BVIP). Technische Transformation wird hier deshalb nicht nur als „mehr Technik“, sondern als Veränderung von Handlungsmöglichkeiten im Alltag verstanden (Affordances).

E‑Partizipation spielt dabei eine potenziell zentrale Rolle, weil sie Beteiligung an Technikentwicklung kontinuierlich, ortsunabhängig und skalierbar ermöglichen kann. Gerade wenn klassische Präsenzformate an Grenzen stoßen (Erreichbarkeit, Aufwand, situative Barrieren), können digital gestützte Feedback‑ und Co‑Design‑Schleifen Nutzerperspektiven frühzeitig und wiederholt integrieren. Damit wird E‑Partizipation weitaus intensiver im Human‑Centred Design (HCD) und Design Thinking verortet und operationalisiert – sowohl quantitativ (mehr Teilnehmende/Iterationen) als auch qualitativ (reichere Kontextdaten, längere Nutzungserfahrungen).

Empirisch wird das Feld über zwei Use Cases bearbeitet:

  1. „Smart Cane“ als smarte Navigationsunterstützung für blinde und visuell eingeschränkte Personen, perspektivisch als Weiterentwicklung klassischer Mobilitätshilfen zu vernetzten Assistenzsystemen; methodisch relevant ist die Verbindung von DIY‑Ansätzen mit partizipativen (auch digitalen) Formaten für BVIP.
  2. „Datenrucksack“ mit Fokus auf Usability mobiler 3D‑Datenerfassung und -visualisierung sowie der Weiterentwicklung der Sensorplattform. Erwartete Ergebnisse sind Erkenntnisse zur methodischen Weiterentwicklung menschzentrierter Entwicklung interaktiver Systeme durch E‑Partizipation, inklusive Anforderungen an Methoden/Techniken sowie an Usability/UX von E‑Partizipations‑Software.

Team

  • Prof. Dr. Birgit Bomsdorf
  • Prof. Dr. Martin Kumm
  • Prof. Dr. Thomas Wiemann
  • Dr. Monika Schak
  • Jonas Kühle, M.Sc.
  • Jan Kuhlmann, M.Sc.
Privacy Overview

This website uses cookies so that we can provide you with the best user experience possible. Cookie information is stored in your browser and performs functions such as recognising you when you return to our website and helping our team to understand which sections of the website you find most interesting and useful.

Strictly Necessary Cookies

Strictly Necessary Cookie should be enabled at all times so that we can save your preferences for cookie settings.